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Die richtige Heizungsanlage für Ihr neues Haus.

Häuslebauer aufgepasst: Ab Januar 2016 gelten neue Mindestverordnungen für Neubauten. Diese werden im Rahmen der Energieeinsparverordnung gültig. Das betrifft vor allem den Energieverbrauch und die Dämmung. Künftige Hausherren sollten das bei ihrer Planung beachten. Schließlich betreffen die neuen Anforderungen nicht nur den Hausbau, sondern wirken sich auch auf Förderprogramme aus.

Energie wird immer teurer. Ein schlecht beheiztes Haus belastet nicht nur die Geldbörse des Besitzers, sondern auch die Umwelt. „Auf Gebäude entfallen knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland“, erklärt Katrin Wefers, Referentin für Bautechnik und Bauphysik, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Deshalb setzt die Bundesregierung mit der Energieeinsparverordnung Standards zum Energiesparen. Diese werden mit der sogenannten EnEV auch ständig aktualisiert. Die neueste Anhebung der Anforderungen ist ein Zwischenschritt hin zum sogenannten Niedrigstenergiegebäudestandard der Europäischen Union, der spätestens ab 2021 gelten soll.

Die EnEV gilt für alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Sie legt die Anforderungen an den Wärmedämmstandard und die Anlagentechnik fest. Als Bezugsgröße dient die sogenannte Primärenergiebilanz. Sie wird in einem komplizierten Verfahren aus verschiedenen Faktoren errechnet. Das Ziel ist klar: Je weniger Energie gebraucht wird, umso besser.

Dabei ist nicht nur entscheidend, wie viel Energie ins Haus geliefert, sondern auch welcher Energieträger verwendet wird. Regenerative Energien wirken sich auf die Bilanz positiver aus als Öl, Gas oder Strom. Bei der Ermittlung der Energiebilanz werden neben der Raumheizung und -kühlung auch Warmwasserbereitung und Lüftungsanlagen berücksichtigt. Es zählt aber auch die Energie, die für den Betrieb von Pumpen, Brennern und Reglern gebraucht wird.

Ab 2016 gelten für Neubauten verschärfte Bedingungen. Konkret heißt das: Ein Haus, das 2016 errichtet wird, darf 25 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen als ein Haus, das nach den 2015 gültigen Mindestwerten gebaut wird. Hinzukommt, dass die Anforderungen an die Dämmung steigen. Der Bedarf an Wärme soll über die Dämmung noch einmal um 20 Prozent gesenkt werden. Sprich: Die technischen Anforderungen an Heizung und Anlagen steigen, die verlangte Dämmung wird dicker.

Welche Werte als Standard angelegt werden, ist übrigens nicht vom Baubeginn, sondern von der Einreichung des Bauantrags, beziehungsweise von der Bauanzeige abhängig. Stichtag ist der 1. Januar 2016.

Die EnEV verpflichtet Hausbauer bereits seit mehreren Jahren dazu, erneuerbare Energien zu nutzen. Dabei sind die Regelungen nicht starr: Wer etwa auf Sonnenkollektoren auf seinem Dach verzichten möchte, kann das mit einer um 15 Prozent besseren Dämmung ausgleichen. Und die ist ohnehin ratsam.

Das sagt auch Bauexpertin der Verbraucherzentrale: „Wer sich heute beim Bau eines Hauses mit den Mindeststandards der EnEV begnügt, läuft Gefahr, dass die neue Immobilie bereits kurz nach Fertigstellung bautechnisch überholt ist.“ Daher empfehle es sich, schon jetzt nach zukünftigen Effizienzstandards zu bauen. „Die Mehrkosten eines energetisch höherwertigen Neubaus sind oft gar nicht so hoch.“ Sie rechnet vor: „Auf der Kostenseite geht es ja nicht allein um die Materialkosten, wichtige Faktoren sind die sogenannten Sowieso-Kosten, also zum Beispiel Arbeitszeit und Gerüst. In den meisten Fällen lohnt es sich daher, vorgegebene Standards deutlich zu übertreffen.“

Die Effekte ließen sich zwar nur schwer in konkrete Zahlen fassen, schließlich sei der Energieverbrauch auch von Nutzerverhalten und klimatischen Bedingungen abhängig. Aber eine langfristige Perspektive ist sinnvoll und eine Prüfung der individuellen Möglichkeiten sollte mit Blick darauf nicht verpasst werden: „Die Mehrkosten lohnen sich, insbesondere bei steigenden Energiepreisen“, sagt Wefers.

Der Zeitpunkt ist entscheidend
Trotzdem gilt: Wer in nächster Zukunft ein Haus bauen möchte, sollte den Zeitpunkt sehr genau im Blick haben. Und zwar auch dann, wenn die Vorgaben der EnEV ohnehin übertroffen werden. Denn die Verordnung regelt nicht nur die Mindestdicke der Wände und andere technische Details, sie wirkt sich auch auf die Förderprogramme aus.

Die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind für Häuslebauer ein wichtiger Faktor in der Finanzierung ihres Vorhabens. Die Vergabe der Zuschüsse und zinsgünstigen Kredite orientiert sich an den Energiestandards der sogenannten KfW-Energieeffizienzhausstandards. 50.000 Euro Kredit und andere Vergünstigungen lassen sich für den Bau eines solchen Hauses in Anspruch nehmen.

Es existieren derzeit drei Klassen: die Effizienzhäuser 40, 55 und 70. Sie definieren sich an den in der Enev festgeschriebenen Vorgaben. So hat ein KfW-Effizienzhaus 70 einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 70 Prozent eines vergleichbaren Neubaus nach EnEV, ein KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent. Je geringer der Energiebedarf der Häuser, desto besser fällt die Förderung in Form eines Tilgungszuschusses, aber auch in Bezug auf die Zinshöhe aus.

Die neuen Standards ab 2016 wirken sich also auch auf die Förderung und Finanzierung von Bauvorhaben aus. So kündigt die KfW bereits an, dass es ab April 2016 sogar gar keine Förderung mehr für den Standard Effizienzhaus 70 geben wird.

Beim ersten Kälteeinbruch im Jahr die Heizung anstellen, die Fenster den ganzen Tag kippen und beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung alle Heizkörperventile abdrehen – beim Thema Heizen und Lüften kann man einiges falsch machen und unnötig Geld zum Fenster rauswerfen. Dabei genügt schon die Befolgung weniger Tipps, um den Energieverbrauch zu senken und ein gesundes Raumklima zu erhalten. Die Initiative WÄRME+ deckt die größten Irrtümer beim Heizen und Lüften auf.

Irrtum Nr. 1: „Gekippte Fenster sorgen für dauerhaft frische Luft“

Durchgängige Kipplüftung bringt nur wenig Luftaustausch und ist dabei extrem ineffizient, da viel Wärme verloren geht. Zudem kühlt das Mauerwerk um das Fenster aus, wodurch sich ungesunder Schimmel bilden kann. Wesentlich effektiver ist regelmäßiges Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster für mindestens fünf Minuten. Auf diese Weise wird die Raumluft komplett ausgetauscht. Um Wärmeverluste zu vermeiden, sollten dabei die Heizkörperventile immer geschlossen werden.

Irrtum Nr. 2: „Wer alle Heizkörper abdreht, wenn er das Haus verlässt, spart Energie“

Die Räume sollten gleichmäßig beheizt werden und sich möglichst nicht auf weniger als 16 Grad abkühlen. Denn der Energieaufwand, um kalte Räume wieder aufzuheizen, ist größer, als eine Mindesttemperatur zu halten. Außerdem nimmt kalte Luft die Feuchtigkeit weniger gut auf, sodass schnell die Wände feucht werden können. Allerdings lohnt es sich, die Zimmertemperatur zu reduzieren: Schon eine Senkung um ein Grad spart rund sechs Prozent Heizkosten ein.

Irrtum Nr. 3: „Wenig genutzte Räume können über offene Türen mitgeheizt werden“

Die Türen von nicht beheizten Räumen wie etwa dem Arbeits- oder ungenutzten Gästezimmer sollten stets geschlossen bleiben. Durch offene Türen gelangt zwar wärmere, aber auch wesentlich feuchtere Luft aus geheizten Wohnräumen in das kalte Zimmer. Kühlt die warme Luft dann ab, kann die Feuchtigkeit in die Wände ziehen und es bildet sich Schimmel.

Irrtum Nr. 4: „Sinken im Herbst nachts die Temperaturen bis zum Gefrierpunkt, sollte die Heizungsanlage in Betrieb genommen werden“

Die Zentralheizung in der Übergangszeit gleich ganztägig in Betrieb zu nehmen, lohnt sich aufgrund der meist sehr milden Tageswerte noch nicht. In Wohnräumen ist tagsüber eine Temperatur von 20 Grad und nachts von 16 Grad ausreichend. Geschlossene Rollläden oder Jalousien verhindern nachts einen Wärmeverlust am Fenster. Wer trotzdem friert, findet in einer elektrischen Fußbodentemperierung eine ideale Zusatzheizung für die Übergangszeit. Sie sorgt zum Beispiel im Bad schnell und unkompliziert für komfortable Wärme, ohne dass die zentrale Heizung eingeschaltet werden muss.

Irrtum Nr. 5: „Die nachträgliche Installation einer Lüftungsanlagen ist sehr kompliziert und teuer“

Der Einbau von Lüftungsanlagen ist auch nachträglich kein Problem. Dezentrale Einzel-Geräte können auch nur in ausgewählten Zimmern ohne großen Aufwand eingerichtet werden. Die Verlegung zusätzlicher Luftkanäle im Raum ist dabei überflüssig. Zur Installation genügen ein Stromanschluss und eine freie Außenwand zur Direktmontage.

Irrtum Nr. 6: „Wer eine Lüftungsanlage betreibt, darf die Fenster nicht mehr öffnen“

Eine Fensterlüftung ist nicht mehr notwendig, da das Belüftungssystem kontinuierlich pollenfreie Frischluft ins Haus bringt und Feuchtigkeit und Schadstoffe aus der Raumluft abführt. Damit ist ein angenehmes und gesundes Raumklima garantiert. Selbstverständlich dürfen die Fenster aber auch beim Betrieb einer Lüftungsanlage noch geöffnet werden.

Irrtum Nr. 7: „Lüftungsanlagen erhöhen durch den ständigen Luftaustausch die Heizkosten“

Mit Lüftungsanlagen können die Energiekosten sogar reduziert werden, denn sie vermeiden Wärmeverluste, wie sie bei der Fensterlüftung entstehen. Geräte mit Wärmerückgewinnung sind besonders effizient. Sie können bis zu 95 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück gewinnen und wieder ins Gebäude führen. Damit lassen sich die Heizkosten deutlich senken.

Irrtum Nr. 8: „So lange die Heizungsanlage läuft, muss sie auch nicht ersetzt werden“

Wer seine veraltete Heizung gegen eine moderne und effizientere Anlage austauscht, kann bares Geld sparen. Neue Heizsysteme wie etwa eine Wärmepumpe arbeiten äußerst effizient und umweltschonend. Heizungsmodernisierer werden von Bund, Bundesländern, Städten und Gemeinden sowie Energieversorgern mit verschiedenen Programmen unterstützt.

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